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Richtiges Lüften - jetzt ganz besonders wichtig!

15. November 2020

Wir hören es von so vielen Seiten: In Zeiten von Corona ist ein ausreichendes Lüften der Räume wichtig. Der BUND hat den „Klimaspecht“ aus seinen Reihen befragt wie ein sinnvolles, richtiges Lüften aussieht, das auch ökologische Klimaschutzsaspekte berücksichtigt.

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BUND: Die Klimaspechtler habe sich u.a. auf die Fahne geschrieben, mit Energie möglichst maßvoll und effizient um zu gehen. Wie soll in unseren Räumen in der Heizperiode für ausreichend frische, aerosolarme Luft gesorgt werden und gleichzeitig keine Energie vergeudet werden?

Klimasprecht: Im Grunde braucht es in Coronazeiten keine neue Technik des Lüftens. Schon immer wird das kurze, stoßartige Lüften aus vielerlei Gründen (Schimmelbildung verhindern) propagiert. Wenn man für einige Minuten das Fenster weit öffnen, dann geschieht ein schneller und intensiver Austausch der „verbrauchten“ warmen Luft und der „neuen“ kühlerer Luft. Noch effektiver geschieht dieser erwünschte Austausch, wenn man durch ein zweites gegenüberliegendes offenes Fenster für Durchzug sorgt. Dazu kann man auch zwei oder mehrere Räume gleichzeitig lüften und dabei die Verbindungstüren weit öffnet. (siehe Skizze)

BUND: Manche drehen die Heizkörper zu, während dem Lüften. Was hälts du davon?

Klimaspecht: Das kann man durchaus machen. Um Heizenergie zu sparen halte ich jedoch für entscheidender die Lüftungsdauer den Gegebenheiten anzupassen. Die Gesetzmäßigkeit heißt: Je großer der Temperaturunterschied zwischen innen und außen, desto schneller geht der Austausch. An sehr kalten Tagen muss ich viel heizen, wenn ich aber quer lüfte – wie beschrieben - und die Dauer auf 3- 4 Minuten reduziere, kühlt der Raum nicht aus, ich habe trotzdem den gewünschten Luftaustausch und minimiere den Energieaufwand.
Ich als Frühaufsteher drehe vor dem Schlafengehen den Heizkörper auf 2 zurück und lüfte dann in den kühleren Morgenstunden kräftig durch bevor dann die Wohnräume auf die gewünschte Temperatur geheizt werden. Genauso sinnvoll ist es bei schon auf Nachtabsenkung gestellter Heizung am kühleren Abend vor dem Schlafengehen kräftig durchzulüften.

BUND: Wie oft sollte man lüften?

Klimaspecht: Da ist nur schwer eine sinnvolle Regel aufzustellen. Oft findet man für Wohnräume 3 – 4-mal am Tag als Richtschnur. Das hängt aber – und jetzt in Coronazeiten ganz besonders – davon ab wie viele Personen die Räume nutzen, ob Besuch da ist und natürlich wie groß und hoch die Räume sind. Also durchaus eine Herausforderung, wenn ich energiebewusst lüften will. Ich finde es wichtig, dass man mit Achtsamkeit dran geht und nicht etwa die Fenster aufreißt, dann ganz wo anders im Haus sich zu schaffen macht und nach einer halben Stunde merkt, dass noch alles sperrangelweit offensteht. In öffentlichen Räumen, wo viele verschiedene Menschen ein und aus gehen, sollte man in Coronazeiten selbstverständlich oft kurz und stoßweise lüften.

BUND: Was ist vom Schrägstellen des Fensters zu halten?
Klimaspecht: Ja, da kann ich dann auch mal eine ganz eindeutige Antwort geben. Weder an heißen Sommertagen und schon gar nicht in der Heizperiode ist diese Maßnahme für irgendetwas sinnvoll. Einfach bleiben lassen! Bringt keinen Austausch von Luft für Corona und verhindert die Schimmelbildung nicht (sondern fördert sie) und braucht völlig unnötig zusätzliche Heizenergie.
Schräg gestellte Fenster machen nur dann Sinn, wenn es innen und außen fast gleich warm ist!

BUND: Vielen Dank für das Gespräch!

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