Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

Ortsgruppe Weissach + Flacht

Meldungen

Mistelbefall: Ist der Apfelbaum noch zu retten?

13. Mai 2020 | Lebensräume, Naturschutz

Vielen Spaziergängern ist es bestimmt schon aufgefallen. Viele Bäume, vor allem Apfelbäume und Eberesche sind vom Mistelbefall betroffen.

News Detail

Der Befall prägt oft das Gesamtbild einer Streuobstwiese, besonders im Winter, wenn die Bäume noch kahl sind. Pflaume und Birne haben dagegen keine Problem, Birnbäume haben sogar einen wunderbaren Schutzmechanismus gegen Misteln: Sobald sie sich in die Rinde bohren, vertrocknet das Gewebe unter der Baumrinde. Die Misteln können kein Wasser mehr ziehen und sterben ab.

Die bei uns hauptsächlich vorkommende Laubholzmistel verbreitet sich stark. Vor allem von Böden die hoch mit Stickstoff versorgt sind, profitieren die Misteln besonders. Ein Befall ist für die betroffenen Bäume keine gute Nachricht. Denn die Misteln leben als Halbschmarotzer und entziehen ihrem Wirt mit Saugwurzeln Wasser und Nährstoffe, betreiben aber selbst Photosynthese. Die Vitalität des Baumes wird fortwährend geschwächt.

Besonders gefährlich wird es für Bäume, die nicht rechtzeitig und nicht regelmäßig gepflegt werden. Deshalb empfehlen die Experten des OGV Flacht auf unsere Anfrage:

Wenn sich der Befall im äußeren Kronenbereich zeigt, sollte der Baum, am besten im Spätwinter und zeitig im Frühjahr, durch einen gezielten Schnitt gerettet werden und zwar durch entfernen befallener Äste an der nächstliegenden Astgabelung mindestens 30 bis 50 Zentimeter ins gesunde Holz. Nur die Mistel wegzuschneiden reicht da nicht aus.

Schlimm wird es, wenn sich die Mistel an den tragenden Ästen eingenistet hat. Dann kann man sie an der Astoberfläche abbrechen oder abschneiden. Damit wird man den Parasitenbefall zwar nicht los, aber die Maßnahme hilft dem Baum, besser damit klarzukommen. Die Mistel wächst nun meist weiter, braucht aber ein bisschen, um sich zu erholen. Sind die grünen Triebe einmal entfernt, dauert es ungefähr vier Jahre, bis die Mistel wieder so weit gewachsen ist, dass sie Früchte trägt und sich weiter verbreiten kann. Den Streuobstbesitzern wird empfohlen, auf jeden Fall einen Fachmann vor Ort hinzuziehen.

Übrigens: Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Misteln unter Naturschutz stehen. Das ist aber nicht der Fall. Sie dürfen geschnitten werden und sie sollten es auch. Sie sind aber auch nützlich. Ihre weißen Scheinbeeren gehören zum Winterfutter vieler bei uns heimische Vogelarten. Insekten ernähren sich ebenfalls von ihnen - darunter ein paar hochgradig gefährdete Wanzenarten.

Was auch noch interessant ist. Kirschen, Walnüsse und Zwetschgen werden vom Mistelbefall ebenfalls verschont.

Zur Übersicht

Marginal

Suche

BUND-Bestellkorb