Ortsgruppe Weissach + Flacht

Krötenwanderung im Gewann Neuen Wiesen (L1180 zwischen Perouse und Friolzheim)

Amphibien-Wanderung 2021 zu den Laichgewässern "Neue Wiesen" ist abgeschlossen

Starker Rückgang der Amphibienzahlen

Auch 2021 haben bis zu 14 engagierte Helfer*innen Kröten, Frösche und Molche abends und morgens bei ihrer Hin- und Rückwanderung sicher über die Straße getragen. Durch die mehrfachen Kälteeinbrüche im März/April hat sich die Wanderung dieses Jahr lange hingezogen. Die Amphibienschutzzäune am Straßenabschnitt der L 1180 sind nun wieder abgebaut.

Der bundesweit massive Rückgang der Amphibienbestände ist für Amphibienexperten besorgniserregend. Ursache sind verschiedene Faktoren, die durch die Klimakrise bedingt sind. Zu gezielten Schutzmaßnahmen zum Erhalt der Amphibien-Populationen gehören u.a. eine Untertunnelung der Straße L 1180, um das Überfahren der Amphibien zu verhindern.

Die 2021er Zahlen offenbaren einen erschreckenden Einbruch der Populationen bei allen vorkommenden Amphibien bei den Teichen "Neue Wiesen".

Trotz allem konnten wir uns zur Hauptlaichzeit über ein lebhaftes Treiben in den Teichen der "Neuen Wiesen" freuen, auch über Laichschnüre von Kröten, Laichballen von Fröschen und im späteren Verlauf auch über zahlreiche Kaulquappen.

Zahlen unsere Amphibienschutzeinsätze

Amphibienarten 2021 2020 2019 2018 2017
Erdkröten (männlich) 442 756 934 1140 1242
Erdkröten (weiblich) 208 295 272 396 329
Grasfrösche (m/w) 4 3 4 10 10
Bergmolche 115 196 240 291 272
         
Amphibien Rückläufer (alle obigen Arten) 326 823 741 748 1573
         
Überfahren Amphibien (alle Arten) 51 188 133 81 128

Amphibienschützer im Einsatz

Krötenteich in den neuen Wiesen  (Jörg Herter / BUND Weissach)

Die Amphibienschutz Saison beginnt bereits im Februar und somit einige Wochen vor der erwarteten Wanderungszeit mit dem Aufstellen von Schutzzäunen entlang der L1180. Die Schutzzäune werden von der Firma GSI (Gemeinnützige Service- und Integrationsgesellschaft, Mühlacker), unter Anleitung des BUND Weissach + Flacht, aufgestellt.

Die Schutzzäune werden an beiden Straßenseiten angebracht und sind jeweils gut 500 Meter lang. Dadurch ist sichergestellt, dass sowohl die Hinwanderung zu den Teichen als auch die Rückwanderung für die Tiere in ihren angestammten Lebensraum gefahrlos stattfinden kann. Jetzt kann die Amphibienwanderung beginnen.

Bei fast jeder Witterung gehen zwei bis drei Helfer*innen gemeinsam und nach einem abgestimmten Einsatzplan zum Streckenabschnitt an der L1180 Perouse - Friolzheim. Ein bis zwei Stunden dauert der Einsatz. Als Faustregel gilt: Die Amphibien wandern, von Anfang März bis Anfang Mai, etwa eine Stunde nach Einbruch der Dunkelheit. Unterhalb von 4 C passiert nichts - bei idealem "grotten schlechtem Wetter" (regnerisch und teilweise stürmisch) geht es jedoch richtig los. Es ist keine Seltenheit, dass in der Hauptwanderungszeit schlagartig eine große Anzahl von Amphibien ihre Wanderung antreten. In dieser Zeit sind morgendliche und abendliche Kontrollgänge notwendig.